Donnerstag Abend endlich mal wieder beim Stammtisch vorbeigeschaut. Auf dem Weg dorthin hatte ich einen kleinen Schwäche- und Zitteranfall. Eine bestellte Ostcola rettete mein Leben. Kurze Zeit später betraten die Banditen von folgenden Vereinen die Szenerie, um weiter an der Bombe zu basteln: Bremen, Damaskus, Erfurt, Hertha, Pjöngjang, Rostock, Schalke, Teheran, Union und meine Wenigkeit. Der Abend verging wieder rasend schnell und das ein oder andere Bierchen wurde getrunken. Auf meiner Rechnung bemerkte ich dann später, dass das Bayerische Bier billiger war, wie die Ostcola. Was stimmt denn da nicht?
Zu später Stunde bin ich dann heimgefahren, um wenigsten ein bisschen zu schlafen, bevor man wieder Acht Stunden und mehr auf der Arbeit knüppeln muss.
Dass ich wieder nicht pünktlich auffem Freitag Mittag rauskam, war schon im Hinterkopf vorprogrammiert und so wurde eine Kollegin genötigt, mich zum Bahnhof zu kutschieren. Der Plan war es, den ganzen Schlaf der in der Woche nicht getätigt wurde nach zuholen. Doch ich machte die Rechnung ohne mit der Wiedergeburt des Teufels. Jannick 5 Jahre! Jannick schrie von Berlin bis Lichtenfels in einer Tour, als wenn es um sein Leben ginge. Zwischendurch hatte er natürlich auch mal Schreipausen, da ließ er es sich nicht nehmen einfach nur dahin zu wimmern. Die 20 jährige Assi-Mutter in weißer Leggins war völlig überfordert mit ihren Rotzbengel. Vielleicht lag es daran, dass sie nicht Multi-Tasking fähig war und sich nur auf ihr Handy konzentrierte. Kurz hinter Leipzig kam dann mal wieder der Zug zum Stehen. Eine komplette Stunde mitten in der Prärie. Jannick schickte sich nun an, allein den Waggon zu erkunden und ich schmiedete Pläne, wie ich das Scheißkind beseitigen könnte. Die Gedanken kreisten von beim nächsten Halt einfach aus den Zug schupsen, bis hin, ihn in einen 120 Liter blauen Müllsack zu stecken und in der Bordtoilette in der Wanddecke zu stopfen. Den hätte da nie einer gefunden! Zum Ende hatte die Mutti kapituliert. Saß sie doch mit dem Armen aufgestützt am Tisch, die Hände vors Gesicht geschlagen und jammerte immer wieder… Jannick! Hör bitte auf! Jaaaaanick, hör bitte auf!!!

Wahnsinn!

Zu sehr später Stunde erreichte ich denn endlich die Heimische Couch. Es gab selbstgemachte lecker Pizza und nachdem diese verspeist wurde, dauerte es keine Zwee Minuten bis ich eingeschlafen war.

Am Samstag Morgen hieß auf ins Lokal zum Frühstücken, da ich aber immer noch geschafft war von meiner Arbeitswoche und der gestrigen Anreise, zog ich es vor, einfach nur auf der Couch zu liegen, die Wand anstarren und nichts zu sagen. Vielleicht bin ich auch nochmal eingeschlafen. Ich weiß es nicht. Irgendwann hieß es die Autos zu besteigen und in dieses sinnlose Kaff zu fahren. Ich hoffe es ist die letzte Fahrt dorthin. Mein Autoplatz wurde mir im Lokal mitgeteilt. Ich erwischte eine richtig coole Combo. Vielen Dank für den Platz. Hat Spaß gemacht und viele liebe Grüße an euch…vom Arbeitsplatz.

In Sinnlosheim angekommen gab es natürlich wieder unnötig Ärger. “Ordner ich muss/will alles angrabbeln“ hatte nicht ganz verstanden, das es bei uns nichts zum grabbeln gibt. Und sich etwas ansehen heißt bei mir, mit den Augen und nicht mit den Händen. Also batsch boom bang. Drin! Zum Spiel kann ich nichts sagen. Ich habe es größtenteils nicht gesehen. In der 1. Halbzeit habe ich mit den Gästen aus Schalke über Soßen und Pommes palavert und in der 2. Halbzeit spuckte ich mir im sitzen, selbst einen großen See vor die Füße. Nach dem Abpfiff ging es ruhigen Schrittes zu den Autos und man fuhr heimwärts in die schönste Stadt der Welt. Im Grande Lokale angekommen zauberte die Küche wieder ordentlich. Diesmal am Grill. Leck mich am Arsch, wat fürn Grillkäse. Bombe! Nachdem der letzte Rest vom Teller geschleckt war, hieß es für mich heute schon recht früh „Servus“ sagen und ab ins Bette.

Am Sonntag schaute ich noch bei der Damenmannschaft vom ASV Niederndorf in Schwaig vorbei. Irgendwie eine richtig schnuckelige Anlage, was die Schwaiger sich hingebastelt haben. Bei den Damen platzte heute endlich im dritten Spiel der Knoten in Sachen Tore schießen. 1. Tor in der laufenden Saison und sogleich läuten die Kirchenglocken. Wenig später klingelte es zum Zweiten Male im Kasten der Schwaigerinnen. Der Gegner wurde klar dominiert bis die Ziegen von der Weide auf dem Nachbarplatz durchbrachen. Anschließend schaffte die Heimmannschaft den Anschluß und kurze Zeit später den Ausgleich. Der erste Saisonsieg war nun ernsthaft in Gefahr. Kurz vor Schluß noch einmal ein Freistoß aus aussichtsreicher Position für Niederndorf. Und was fürn Pfund. Das Ding wurde mit aller Wut im Bein unter die Latte gehämmert. Selten so ein Schuss gesehen. 2-3 Auswärtssieg!

Der Nachmittag wurde chillig mit Kuchenessen bei Omma Ruhrpott verbracht. Gegen Abend hieß es wieder für fünf Tage Adieu sagen und im Zug pennen. Gegen 1 Uhr hatte ich wieder preußischen Fussboden unter meinen Sneakern, die mich schnurrstracks zur Arbeit brachten. Es scheint sich im Obdachlosen-Milieu herumgesprochen zu haben, wo man ungestört nächtigen kann. Jedenfalls beim Decke mopsen lag schon wieder jemand da. Im Celtic Boston Trikot und mit blondierten Haaren. Nächste Woche hoffe ich denn auf ’ne ordentliche Truppe zum Pokern zu später Stunde….und dann ballern wa een…aba wohl keen uffen Heimsiech…

FREIHEIT FÜR BILLY