Dienstag Schalke Mittwoch Nürnberg

Völlig übermüdet sitze ich nun an einem Mittwoch Morgen im Zug. Habe total verpennt. Gegenüber von mir sitzt Schnucki. So zumindest hat ihn seine Frau/Geliebte/Sekretärin mit Bussi verabschiedet. Er soll sich melden, wenn er angekommen ist. Ich mach das schon vorher und sage deshalb…

Hallo liebe Leserschaft und Freunde des runden Ballsportgeräts
Eines vorweg. Ich war in einem Fussballstadion und habe überlebt.
An einem entspannten Dienstag Nachmittag fuhr die nochmehr entspannte Autobesatzung nach Hamburg. Mit an Bord. Sechsmal Schalke, einmal BFC und meine Wenigkeit. Die Fahrt verlief Reibungslos und so ging es in der Hansestadt direkt zum Volksparkstadion. Bei Ordner Hauke-Sören war denn aber erstmal Stop. War er es doch, der heute mit Machtbefugnisse ausgestattet war, wer bis vors Stadion fahren darf und wer nicht. Aber mit dem Presseausweis von unseren Mitarbeiter aus der Apotheken-Rundschau, sollte dieses kein Hindernis darstellen. Fenster runter, Papierchen zeigen und als Antwort bekommen…“Die Herren von der Polizei…hoho…lange Dienstanfahrt gehabt was?…hoho…Naja ihr dürft sowieso alles. Also weiterfahren…hoho“ Tja… Ich musste mir abartig das Grinsen verkneifen. Selbstverständlich kamen wir der Aufforderung nach und rollten weiter. Die letzten Meter wurden dann zu Fuß getätigt und wir gesellten uns zu unseren anderen knapp 2000 Polizei-Kollegen aus Gelsenkirchen.
Heute hieß es die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden schweigen. Die Aktion wurde auch hier erfolgreich umgesetzt. Ich fand, es war ein ekelhaftiges Gefühl und ich fühlte mich wie in Wolfsburg oder Hoffenheim. Ich hörte sogar, die Gespräche mit fischigen Dialekt von der HSV-Prominenz auf den VIP-Plätzen. „Mensch Hinnak…wat issen da uunden auf den billigen Stehpläätzen loos. Is dat der Fussball, den wir haben wollen?“ „Nee is voll dooof. Ohne Stimme, keine Stimmung, abeer ich lese gerade auf den Spruuchbändern www.12doppelpunkt12.de . Klicken wir einfach mal von unseren I-Phones drauf, nachdem wir den Sekt ausgetrunken ham. Dir kuckt überings der kleine Lachs aus der Hoose, Nils Holgersen.“
Das Spiel hat Schalke leider verloren, dafür aber einen guten Auftritt hingelegt, soweit ich das beurteilen kann. Von der Heimseite kann man das nicht wirklich behaupten. Wie schon so oft gesagt, steht die fachkundige Pyrogruppe im oberen Eck im Abseits und zu den Kindern hinter dem Tor bleibt nur zu sagen. Trotz Stimme – keine Stimmung!
Nachdem Spiel ging es mit einen Schalker mehr an Bord und einer fetten Spinne auf direkten Weg wieder zurück in die 030-Stadt.

Schalke und der FCN

Zeitsprung:
030-Stadt, Regen, Donnerstag Abend 29. Nov., 20:38 Uhr
…6 Minunten den Bildschrim anjekiekt und jeträumt.. 20.44 Uhr

In der schönsten Stadt der Welt angekommen und –natürlich- direkt ins Grande Lokale gefahren. Begrüßt wurde ich mit den lieben Worten. „Mensch Berliner! Du denkst auch wir haben Dauer offen, was?.“ Die Zeit vertrieb ich mir bis zur Abfahrt mit aufräumen und Spruchband zusammenlegen. Eigentlich traurig, das andere es nicht schaffen zum Aufräumen.
Kurze Zeit später war es endlich soweit. Abfahrt zum schönsten Stadion der Welt. Aufbau! Aus dem Container herraus machte ich nach der Öffnung der Stadiontore eine grausame Entdeckung. Ich sah eine Fuck-FÜ-Mütze. Was denkt sich die Person zwischen Bahnhof und Stadion dabei wieder alles zu kopieren? Du geldgeiles Stück Scheiße! Viel lieber höre ich denn so eine Sache, die mir kurze Zeit später zu Ohren gekommen ist und damit den Wert unserer Arbeit für die Kurve wiederspiegelt. Eine Frau hat schon vor dem Betreten des Stadions mitbekommen, das es Heute keine Anti-Fü Mützen gibt und hat randaliert. Team Grün musste einschreiten. Wahnsinn! Das nenn ich Leidenschaft!
Auch in Nürnberg hieß es heute die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden schweigen für den Erhalt der Fankultur. Auwei Auwei. Ein ganz komisches Gefühl. Alles ruhig. Der Glubb schießt normalerweise ja keine frühen Tore, bzw sehr selten, aber heute? Na klar heute, macht er eines. Kurzer Jubel. Ich persöhnlich habe stumm gejubelt und die Arme hochgerissen. Hätten mal alle machen sollen. Das hätte cool ausgeschaut. Da der Ruhmreiche noch 3 weitere Buden machte und zwei bekommen hatte, ging das Spiel 4 zu 2 für uns aus. Enorm wichtig, der Sieg Heute. 1, Tradition schlägt Kommerz und 2. den direkten Konkurrenten besiegt. Für Tattoo-Babbel wird’s wohl eng und es sieht so aus, als müsstest du dir das nächste Wappen stechen lassen. Eng wird es auch bei der Auswahl deines neuen Vereins, wo du in Zukunft Trainer spielen willst. Du warst ja in deiner jungen Trainer-Laufbahn schon fast überall. Somit wird es auch eng mit dem Platz an deinem Körper! Ein Tipp! Das Hoffe-Tattoo kannst du dir ums Arschloch stechen lassen. Da machts wenigstens Sinn.
Nachdem Spiel wollte ich eigentlich nur kurz ins Lokal, um anschließend mit Schalke die Nacht am Hauptbahnhof zu verbringen. Geplant war es, uns mit Bier, Pappe und Tüten (Berliner-Assi-Style) unter einer Sitzbank zu legen und über Gott und die Welt zu philosophieren, aber als die Couch erspäht und der Abend später wurde, beließen wir es doch dabei und zogen das Lokal vor.
Es wurde dann ganz Brüderlich von 1x Schalke gekocht und von 2x Nürnberg gegessen. Der Abend bzw. die Nacht war super lustig. Wir kiekten uns ne Reportage mit den Titel “Wie krank war Hitler wirklich?“ an. Er hatte anscheinend alles. Nur einen Hoden, Parkinson, Ohrenleiden und Blähungen, die sogar mit Anti-Gas-Kapseln behandelt wurden. Aus heutiger Sicht ein Extremer Kostenfaktor für jede Krankenversicherung. Bin denn doch dabei auch tatsächlich eingeschlafen. Am Morgen aufgewacht, runter von der Couch, fertig machen ab zum Bahnhof und nach 030-Stadt gefahren. Schnee ist doof.

Schön wars. Danke!!!

PS Die Letzten Worte möchte ich Heute an ganz ganz liebe Menschen richten.

Die letzten Tage waren schwer, die die jetzt kommen mögen, werden an Intensivität nicht verlieren.

In Gedanken bin ich bei Dir/Euch. Haltet zusammen! Das Gute wird immer Siegen!

Wir werden siegen!!!