Am Mittwoch und Donnerstag wurde sich langsam zusammen mit den Schalkern auf das Wochenende eingestimmt. War man Mittwoch gepflegt einen Trinken, so durfte sich am Donnerstag die Wanderschuhe zugeschnürrt werden . Es ging erst gemeinsam auf das Festival of Lights (was mehr und mehr Kommerzkacke verkommen ist) und anschließend – man höre & staune – gepflegt ein Trinken. Die Kneipe bzw. Bar musste erst erlaufen werden. Eine Kneipe muss schon von außen ein besonderes Feeling haben, bevor man hineintritt. Das es schlußendlich doch eher ne Bar war… Naja geflossen ist doch reichlich, so dass man bis zum Dienstschluss des Personals blieb. Vielleicht aus Mitleid? Ich weiß es nicht. Selbstverständlich übermüdet am Freitag auf Arbeit angetanzt. Den Tag irgendwie über die Ziellinie gerettet und zum Feierabend gemütlich im Schlendergang zum Bahnhof gelaufen. Schön wenn es mal nicht so stressig ist und alles mal eher gechillt abläuft und so konnte ich in aller Ruhe meine Zwei Döner noch vor Fahrtantritt verspeisen. Innerhalb von weniger als 15 Minuten waren sie verputzt. Manchmal hab ich Angst vor mir selbst. Im Zug hatte ich dann weniger Glück. Ne Mutter mit 3 Kindern (wie die Orgelpfeifen). Um es mal abzukürzen. Eines war ein Säugling und die anderen Beiden, wenn die nicht ihre Pommes, die zum Xten-Male runtergefallen vom Boden gefressen haben, haben die sich untereinander nur gekloppt. War der Mutti aber egal. Mir hats am Anfang auch Spaß gemacht. Perverser Streetfight für lau. Warum nicht?! So richtig in die Fresse und von hinten an den Haaren ziehen, bei gleichzeitigen Schupsen. Genial! Die Bahnfahrt ist teuer und schließlich will ich was geboten bekommen für mein Geld. Aber das anschließende Dauergeblake bis kurz vor Schluß war einfach Scheiße. In Nürnberg angekommen ging für mich die Sonne auf. Wartete doch tatsächlich „die Gutaussehende“ ehemals von der 030-Gang auf mich. Auf der Autofahrt nach Hotel Lokale Grande wurde gequatscht was das Zeug hielt. Im Hotel Lokale Grande war heute „Fränkischer Abend“ angesagt. Neben Bratwörschd, Fränkischen Bier & Wein gab es auch noch Fränkische Livemusik. Tja… Jute Mukke. Und da keener tanzen wollte, ließ sich die 030-Gang nicht lange bitten wa? Die Fuffis ham wa nich durch den Club jeschmissen, dafüa ham wa dufte dit Tanzbeenchen jeschwungen uffem Parkett. Und als dit nücht mehr für uns wa, ham wa alfach dit Mikro jenomm und „Über den Wolken“ zum Besten jejeben. Jetzt war sprichwörtlich Feuer unterm Dach. Der Saal tobte und als denn noch mein zur Zeit absolutes Lieblingslied (Für die Stadionverbotler) von der Menge zum Besten gegeben wurde, war nun alles vorbei. Ein echt gelungener Abend! Ein Fettes Danke an alle, die wieder geholfen haben, so einen geilen unvergesslichen Abend/Nacht zu gestalten. Natürlich rennt die Zeit bei solchen Erlebnissen gerade immerzu und schwuppsdiwupps war es schon wieder 4, halb fünf oder sogar fünf. Ich weiss es nicht mehr. Bin dann irgendwann hinten auf ner Couch versackt ohne Decke. Als es denn zu kalt wurde bin ich hinauf, doch siehe da, alle Betten belegt oder schier in der Müdigkeit nicht erreichbar, da alles vom derzeitigen Studioumbau vollgestellt mit Möbeln war. Scheiße kein Bett! War denn doch mal neugierig wie es momentan im Studio aussieht. Kompletter Rohbau und eine leere Couch! Jackpot! Ohne zuzögern legte ich mich nun auf ihr und schlief sofort auf der Baustelle wieder ein. Hier muss ich aber Kritik üben. Der gemeine fiese Teppich liegt aber immer noch drin. Das war doch das Einzigste, was meiner Meinung nach dort oben wirklich raus musste. Am nächsten Morgen war Umzug angesagt. Ein Mitglied der Gruppe zog von A nach B. Sein ganzes Hab und Gut ins Auto gepackt und an andere Stelle wieder ausgepackt. Viel Glück in der Neuen Wohnung. Überings deine Nachbarin drei Häuser weiter ist hübsch. Nur mal so. Anschließend ging es zum Recyclinghof. Mensch da erlebste Sachen. Vielleicht dreht RTL ja mal da was Neues fürs Nachmittagprogramm. Wahnsinn! Dann wurde ich zurück ins Lokale Grande gefahren. Da schaute ich mir tiefenentspannt die Bundesliga an und zwar so tiefenentspannt, das ich einschlief. Als ich wieder aufwachte hatte Schalke gerade auf ganzer Linie gesiegt. Zu Land, zu Wasser, zu Luft und Untertage oder so ähnlich. Zu späterer Stunde habe ich, wie alle anderen Anwesenden, chillig vorm Fernseher verbracht, wobei ich zugeben muss, das ich auch ein wenig die Unterlagen von meiner Firma durchgesehen habe. Fettes Buh an mir selber ich weiß. Dann bin ich eingeschlafen und die Datumsgrenze zog ganz leise an mir vorbei. Sonntag! Fussball! Lebenssinn! Auf dem Weg zum Max-Morlock-Stadion sollte ich heute die Speerspitze sein. Zusammen saß der 030-Indianer mit einem Cowboy. In der Hand hielt ich ein Modernes Rauchzeichengerät und als aus dies selbiges Rauchzeichen kamen, die wir als „Ich steh hier oben im 14. Stock auf dem Balkon und wer seid ihr“ entschlüsselten, veranlasste es dem Cowboy lautstark „Spring“ zurück zuwedeln. Danach verblassten die Rauchzeichen. Im Stadion angekommen hieß es Container einräumen. Waren auspacken und verkauftsgerecht hinlegen. Die Produkte wurden gut ausgeleuchtet. Wohlklingende Musik im Hintergrund, damit der Kunde entspannt einkaufen kann. Jedem Kunden wurde an der Tür ein Glas Sekt gereicht und ihm herzlich die Hand geschüttelt. Die Beste Strategie unseres Hauses war aber der Sexappeal, den wir als gutaussehendes Fachpersonals ausstrahlten. Dazu noch ein zwei kesse Sprüche und am Ende war alles vaakooft. Pünktlich um halb vier betrat ich dann den Block. Die Nordkurve war in der 1. Hälfte ziemlich gut drauf. Aber wie immer ist noch Luft nach oben. Das Spiel selbst erinnerte mich irgendwie an das Letzte aufeinandertreffen, der Beiden. Die Fragen, die ich mir stellte waren: Wer zieht wenn runter auf unterirdisches Niveau und soll das bitte Fussball sein?
In der 2. Hälfte litt denn ein wenig die Stimmung und die beiden Herren Vorsänger vor mir, konnten einem schon leid tun. Wenn der Rest, der weiter oben steht nicht mehr den Mund aufmacht, ist das einfach scheiße und irgendwie sind diese Leute dann auch fehl am Platze.

So Atmen! Ganz ruhig. Wir beruhigen uns wieder. Alles wird gut. Durchatmen.

Einen Gegener sollten wir heute nicht wirklich auf den Rängen haben. Gehört hat man sie natürlich nicht, die Urmels und Jim Knopfs aus der Puppenkiste. Bewegung war auch keine auszumachen. Da ist mehr im Altenheim bei der Essensausgabe zubeobachten. Machen wir nun den berühmten Augsburger Puppenkistendeckel zu und legen den Mantel des Schweigens über eine Nebelige Partie. Nach dem Spiel hieß es wieder Ade sagen, zum Bahnhof hetzen und losfahren. Die Bahnfahrt war diesmal unspektakulär. Erwähnenswert vielleicht, das es kein Wasser im Zug gab. Also nur im Klo selber. Wieviele wohl vorher dahin reingekackt haben, gespült und sich anschließend beim nächsten spülen die Hände gewaschen haben? Vielleicht hat man auch ins Waschbecken gepisst und hat sich nur im Klo die Hände gewaschen? Dann ist es vielleicht nicht ganz so ekelig. Vielleicht ist man auch gar nicht gegangen? Das hieße aber, da hat sich bei geschätzten 500 Reisenden ordentlich Urin angestaut. Ein Mensch produziert innerhalb von 24 Stunden 1000ml bis 1500ml. Das mal runtergerechnet auf fünf Stunden Mal 500 Personen. Da kommt einiges an Pisse zusammen. In Jena ist denn aber noch ne hübsche Maus eingestiegen, die sich neben mir auf der anderen Seite des Durchgangs gesetzt hatte. Ich war aber so sehr in das neue YaBasta vertieft, das sie mir erst in Leipzig auffiel, nachdem ich das Heft ausgelesen hatte. Kurze Zeit später kamen wir denn ins Gespräch und die restliche Zeit verging wie im Zug…ähh Flug. In Berlin angekommen trat ich den Gang nach Canossa an. Ähh direkt zur Arbeit mein ich. Um 1.10 Uhr lag ich denn endlich in meinem Büro. Gute Nacht. Danke an Alle!!! für ein wiedermal so unvergessliches geiles Wochenende.

***Singz!
Wind Nord-Ost, Startbahn null-drei-null
bis hier hör ich die Motoren
wie ein Pfeil zieht der Jacky vorbei
und es dröhnt in meinen Ohren
und der ganze Block bebt
wie ein Schleier staubt der Regen
bis er abhebt und er schwebt
der Ultras-Sonne entgegen
Bei den Ultras
muss die Freiheit wohl grenzenlos sein
alle Ängste, alle Sorgen, sagt man
blieben darunter verborgen und dann
würde, was uns groß und wichtig erscheint
plötzlich nichtig und klein