Wie so oft machte ich mich schon am Freitag auf dem Weg um unserem geliebten Glubb zu unterstützen. Mit der gepackten Reisetasche allen Arbeitskollegen Adieu gesagt und erzählt das es in den Süden zur Sonne und 25 Grad geht. Eine Stunde blieb mir Zeit, um letzte Dinge zu erledigen und um zum Bahnhof zu hetzen. Kurz vor ultimo kam ich an und siehe da, der Bahnsteig war schon ziemlich voll. Mein hinterhältiger Plan war es, mit meiner Burger-Tüte im Zug einen Sitznachbarn zu vermeiden. Das Vorhaben ging leider nicht auf. Die Bahn kam Vierzig Minuten verspätet eingefahren. Prima Leistung, dafür das der Zug erst am Hauptbahnhof einsetzt. Die Tüte war da schon lange leer und ich voll. Als ich denn endlich losrollte verabschiedete ich mich aus dem verregneten, kalten Berlin. Königin Angie winkte aus dem Palastfenster und ich zurück. Ein wenig war ich erschrocken, stand sie doch nur im Bademantel und ein Glässchen Prosecco da. „Machet jut Angie“ sagte ich leise zu mir und dachte so darüber nach, wie es wohl wäre, wenn demnächst von dort ein Peer, Oberkörperfrei und mit Tigerfell-Hose winken würde. Ab Braunschweig wurde dann urplötzlich die Strecke eingleisig. Im Raum Hannover war Unwetter und in Frankfurt Hauptbahnhof stand der Zug erneut. Wenig später kam hier die rettende Durchsage vom ausgebildeten Fachpersonal. „Wir wissen auch nicht warum wir stehen.“ Diese Äußerung wurde nach einige Minuten zurück gezogen und das wahre Problem bekannt gegeben. Signalstörung! Super, 24 Gleise, alles um einen herum fährt nur mein Zug nicht. Ich könnte jetzt eine Rauchen gehen, dachte ich so, bis mir einfiel: Ach nee, bist ja Nichtraucher und so blieb ich einfach sitzen. Und da fiel mir wieder ein Mann auf, der mir in Berlin schon ziemlich seltsam vorkam. Aufgefallen war er mir deshalb, weil er sich Pralinen mit der Handfläche reinschob. Sein äußeres Erscheinungsbild war ziemlich merkwürdig. Lange, glatte, dunkle Haare bis zur Schulter. Ein riesen Mund und Froschaugen. Er trug einen lila Strickpulli, eine Discojeans und Cowboystiefel. Er hatte wohl die ganze Zeit geschlafen, doch nun war Mister Beetlejuice wach und lief zur Hochform auf. Das bei ihm mehr wie der Kaffeepott im Schränkchen fehlte, fiel mir gleich auf. Seine gutaussehende Sitznachbarin quatschte er in einer Tour voll und das auch noch so, das ein jeder es hören konnte. Ihr war es mehr wie peinlich, aber ich ringte ihr immer wieder ein Lächeln ab und als er kurze Zeit später fragte, ob sie das Medium sei, setzte sich die hübsche Dame zu mir und wir kamen ins Gespräch. Danke Mister Beetlejuice! Die mittlerweile 90 Minuten Verspätung vergingen nun wie im Flug und so kam ich kurz vor dreiviertel Elf in Freiburg an. Dort wartete am Bahnhof nicht nur die Geburtstagfeiernde Gastgeberin vom Wochenende, sondern auch noch die andere Hälfte, der gutaussehenden Nulldreinull-Gang. Ziemlich geschafft von der Fahrt gab es Abends noch einen kleinen Umtrunk. Ich hatte es mir auf dem Teppich vor der Glotze angenehm gemacht- zu angenehm, so dass ich gegen dreiviertel Zwei geweckt wurde und schlaftrunkend in den von mir für 20 Euro legal erworbenem Schlafsack gekrochen bin. Als ich kurz vorm aufstehen am nächsten Morgen in der Schlummerphase war, merkte ich das es mich leicht fröstelt und so zog ich mir die daneben liegende Pappe über die Arme, bis ich merkte, das mir die Pappe, das Blut abklemmt. Jetzt war ich wach. Sektion Prenzlberg ebenfalls und lachte sich kaputt, das ich in einem Kinderschlafsack pennte. Scheiße dachte ich. Jetzt weiß ich, wo der Harken zwischen einem 20 Euro und einem 50 Euro Schlafsack war. Chillig verbrachten wir den Vormittag, um auf dem Mittag mit dem Fahrrad in die Innenstadt zum Biergarten zufahren, wo andere Rot-Schwarze-Seelen auf uns warteten. Hier verweilten wir nur auf ein Bier und machten uns weiter zum Stadion. Vom Spiel selber habe ich nicht eine Szene gesehen, da in Freiburg ganz schön schlechte Sicht herrscht, wenn die „schlimmen“ Zaunfahnen hängen. Akkustisch & Optisch war die Nordkurve meiner Meinung richtig gut drauf, was mir aber von Leuten abgesprochen wurde, die weiter oben im Block gestanden haben. Vielleicht haben sich diese Leute am support auch nicht beteiligt und konnten wohl deswegen die Freiburger hören? Das Ergebnis schenke ich mir an dieser Stelle. Nachdem Spiel schön an der Bullenkette vorbei schlawiniert und den Jungs vor der Absperrung Auf Wiedersehen gesagt. Dann ging es mit dem Fahrrad nach „Hause“. Jetzt war Geburtstag feiern angesagt. In schöner Location verbrachten wir den Abend und die Nacht mit lieben Menschen. Mein Getränk war heute und daran habe ich mich wirklich gehalten… Whiskey-Cola. Und die Bardame im EG war großzügiger als der Barmann im Keller mit ausschenken. Also war die Barfrau selbstverständlich meine Nr. 1. Um halb vier verabschiedete ich mich heimlich, um noch eine kleine Sache zu erledigen. Am nächsten Morgen quicklebendig aufgewacht und in gemütlicher Runde gefrühstück. Gegen 12.30 Uhr leise Ciao gesagt. Kurz nach Freiburg die einzigsten Zwei Willi-Betz-Punkte des Tages gemacht, um im Anschluss jeden beschissenen Stau mit zunehmen, den es in der Bananenrepublik zu finden gibt. Gegen 20.30 Uhr erreichten wir die 030-Stadt mit Seeed in den Ohren.