Archiv für Juli 2012

Eigentlich sollte hier ein megageiler Text vom Wochenende stehen, aber privat zeigt mein Gefühlsweltzeiger ziemlich steil nach unten. Bleibt also nur fett Danke zu sagen für die megageile Gastfreundschaft auf Schalke. Die Touren mit Bus & Bahn in Magdeburg und Münster waren richtig schön. Ebenso das Sommerfest. Essen und Getränke Eins A !!! Danke für all die lieben und netten Gespräche. Wir werden siegen! --------Licht aus------------

Halberstadt

Gemeinsame Fahrt mit 1x Schalke nach Halberstadt, um Germania Halberstadt gegen Braunschweig zu sehen. Wir sind zu spät gekommen…ein ganzes Jahr. Tolle Stadt….ehrlich. Abfahrt


Entdeckung des Tages in HBS.

Luckenwalde

Bin hinjefahrn mit zwee ma Schalke, zurück ooch.
Zwischendurch Fussball jekiekt.
Luckenwalde jejen Viktoria 89 Berlin 2:1

Marek Mintal

Klick!+++Licht an!+++jenuch nachjedacht und inne Luft jekiekt+++schon Kratzer am Hintakopp+++

Eine Legende gilt es auf wiedersehen zu sagen… und so ging es am Freitag für Zwee ma’ 030 und Zwee ma’ Schalke mit einem umweltfreundlichen Erdgas-Auto gen Nürnberg. Auf der Fahrt wurde ich nun endgülitig vom “Willi-Betz-Fieber“ gepackt und ich ging sogar mit dem heutigen Tag sensationell mit 2 Punkten in Führung.
Gegen Mittag rollten wir in der schönsten Stadt der Welt ein. Für mich ist es immer wieder ein wahnsinniges Gefühl die Ortstafel Nürnberg zu sehen und zu passieren. Dieses Schild zeigt nicht nur das Ende der langen Vierhundertsiebenunddreizig Kilometer Fahrt an, sondern es zeigt auch, das man es wieder einmal geschafft hat seinen Arsch hinunter zu bekommen um Frei zu sein. Scheiß Gefühle habe ich aber auch bei dem gleichen Schild auf dem Rückweg, ist es das Nürnberg durchgestrichen, was ziemlich schmerzt.

Als wir die erste Person am Valze und die Zweite am Hbf rausgelassen haben, ging es für mich in Schalker Begleitung in die Altstadt. Nach ein wenig schlendern und Kultur aufsaugen, zogen wir es dann doch vor, das eklige Wetter Adieu zu sagen und verkrochen uns ins Irish Pub. Hier warteten wir nun auf die gutaussehende von 030, die kurze Zeit später mit einem lachendem und weinendem Auge dazu stoss. Die Freude überwog wohl mehr, wurden wir nun zum Schlotfeger essen eingeladen. Sehr lecker und Danke dafür! Mit vollen Magen ging es weiter auf Sportplatz-Tour in Schweinau, Röthenbach und Eibach. Nichts besonderes bei gewesen. Außer bei Südwest. Da hat doch jemand seine Fleischgabel in der Bandenwerbung stecken gelassen und vergessen. Hoffentlich passiert mir das nicht mal in Muc in einem Roten. Als auch die letzte Anlage zu Ende fotografiert wurde ging es schnurrstracks ins sehr schön umgebaute “Lokale Grande“. Schön auch wieder all die bekannten Gesichter zu sehen. Hier wurde wieder ein netter Abend mit lieben Leuten verbracht. Die Uhr rannte und so verpasste man es, wie so häufig rechtzeitig ins Bett zu hüpfen. Richtich jeile Bettdecke!!! Mehr davon!!!

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen. Kein Problem mehr für mich. Habe ich mich in den letzten Monaten vom Frühmorgens-ins-Bett-Geher, zum Frühmorgens-aus-Bett-Geher entwickelt. Ab ins Max-Morlock-Stadion zum Aufbau! Mein erster Blick richtete sich auf die Stehplätze. Sind noch da. Gut! Zaun auch! Doof! Die Sektion Stadionverbot durfte auch rein. Schön euch -auch wenn es nur für ein Spiel ist- bei uns zu haben. Dann hieß es Container auf Vordermann bringen und Choreo stecken. Ziemlich blöde Fragen, die manche Blöde fragen. Um 16 Uhr war es denn endlich soweit. Anpfiff. 4 zu 2 Sieg gegen Doofmund. In der Saison bitte wiederholen. In der 63. Minute war es dann soweit. Mein Kloß im Hals war da. Das ganze Stadion stand auf und überall erschallten laute Marek Mintal- Rufe. Abschied nehmen von einer lebenden Legende und so lief er nun die erste Ehrenrunde des Tages. Die Zweite folgte nach dem Schlußpfiff. War der Himmel über Nürnberg bisher trüb und grau gewesen, so setzten die Fussballgötter ein Zeichen. Die Sonne, so schien es, scheinte nur für ihn, als Marek auf letzte große Ehrenrunde ging. Danke was du alles für uns getan hast. Du wirst wohl auf lange Sicht, der letzte große Spieler bei uns gewesen sein. Ein großes Kapitel geht zu Ende und einer der ganz großen Autoren geht, aber die Autoren in der Nordkurve bleiben und so wird die Geschichte um den glorreichen 1. Fussball Club Nürnberg weiter geschrieben.

Nachdem Spiel ging es im Schalke-Mobil direkt wieder zum Lokale Grande, wo ich wieder viele interessanten Gespräche führen durfte. Lustig ist, wenn man jemanden kennenlernt, der sich für Gelsenkirchen vorgenommen hat, alle Sportplätze zu fotografieren und ich schon weiß, wie das eigentlich endet. Und zwar nicht mit dem Ende bei Gelsenkirchen. Der Ruhrpott ist bekanntlich groß. Wie immer war es viel zu schnell ziemlich spät geworden und so schlief ich schon in der “Lounge“ ein, um gegen fünf aufzuwachen und ins Bett zu krauchen. Doch was musste ich feststellen? “Meine“ Bettdecke war weg bzw. zwei Betten weiter und spendete jemand anderes Wärme. Ich weiß, das du darin sehr gut geschlafen hast mein Freundchen. Nach einem gefühlten Wimpernschlag war es schon wieder Zeit aufzustehen, seine Sachen zu packen und zu fahren. Diesmal ging es hoch mit dreimal Schalke und mir. Die Willi-Betz-Pole Position Saison 12/13 konnte auf der Rückfahrt nicht gehalten werden. Dazu waren es zu eklatante Fehler. Beispiel…wenn man mit dem Finger auf den scheiß LKW zeigt und stumm dabei bleibt, ist man selber schuld, wenn der Autofahrer sich den Punkt krallt. Den Spot hat man gratis.
Bei der Abfahrt Belzig hieß es runter von der Autobahn, denn wir wollten heute noch den Testspielknaller FC Borussia Belzig gegen VfB Zahna 1921 mitnehmen. In Belzig erstmal schön gepflegt die typisch brandenburgische Küche probiert. Wir dinierten beim Chinesen. Im Hintergrund lief in Dauerschleife “My heart will go on“ in der Trompetenversion. Es hat Stunden gedauert bis das Essen fertig war und so ist die Titanic heute noch dreimal vor uns allen geistig gesunken. Nachdem Essen hieß es Mund abputzen und Aufbruch zum Heinrich-Rau-Stadion. Hier parkten wir gegen einen plötzlich auftauchenden Baumstumpf, der unser Auto, wie ich fand noch windschnittiger machte. Die Sportanlage wusste zu gefallen. Sehr schön idyllisch im Wald gelegen und die Sitzschalen aus dem ehemaligen Parkstadion zu Gelsenkirchen. Wenigstens etwas für die Schalker, nachdem sie nun das zweite Mal eine Borussia am Wochenende sehen mussten. Wir setzten uns einfach mal rotzfrech in die ’’Ehrenloge’’, wo jeder auf seine Art & Weise dem 7 zu 1 Heimerfolg beiwohnte. Aus dem Programmheft entnahmen wir, das es eine begrenzte Anzahl von maximal 5 Tausend Dauerkarten gibt, für einen Ort mit 11 Tausend Ronnys und Mandys nicht schlecht. Nach Abpfiff der Partie ging es mit Ramba Zamba nach 030-Stadt. Nach wieder so einen Wochenende und der ganzen positiven Bestärkung, die ich bekommen habe, steht einen erneutem kranken 34er nichts mehr im Wege. Die nächsten Tage heißt es nochmal knappe 2 Tausend Km runterspulen. Vielleicht sollte man danach doch nochmal das Licht aus machen+++inne Luft kieken+++träumen….Schalke und der FCN e Brescia!!!

In Rathenow is(s)t man noch Mensch

1x Nürnberg
2x Schalke

An einem spätem Samstag Morgen gegen Zwölf traf man sich am 030-Hauptbahnhof um nach Rathenow zu fahren und um das Freundschaftspiel gegen den Lichterfelde FC zu sehen. Nach der üblichen Versorgung mit Lebensmitteln ging es direkt zum Zug. Nach einer Dreiviertel Stunde fahrt waren wir auch schon da. Das Erste was wir erblickten, war ein Asylbewerberheim. Völlig heruntergekommen und Videoüberwacht. Da würde der normale Deutsche nicht mal sein geliebtes Haustier unterbringen wollen.
Weiter ging es nun durch einen kleinen Wald und hier wurde nur ich fast gegessen bzw. zerstochen. Mücken! Die beiden Schalker hatten irgendwie keine Probleme. Lag es nun daran das ich zu sexy war oder als einzigster die kurze Hose an hatte?
Am Ziel angekommen entdeckten wir nun ein sehr steriles Stadion vor uns. Die Gegentribüne erinnerte uns eher an einem Busbahnhof. Es gab zu dem noch zwei weitere Tribünen. Eine für das normale Volk und die andere für VIP’s. Die Unterschiede waren nach außen hin nicht zu erkennen. Vor dem Anpfiff lungerten wir noch ein bisschen rum und kurze Zeit später kamen wir mit dem Trainer von Optik ins Gespräch. Ganz besonders freute er sich nach dem Aufstieg seiner Mannschaft auf den Gastauftritt von den Brausekickern aus Leipzig diese Saison. Komisch hat man mit dem regionalen Nachbarn Magdeburg und dem fantechnisch starkem FCC doch viel klangvollere Namen in der Liga. Vor ca. 150 Zuschauern gewann Optik mit 6 zu 0. Die Schiedsrichterin pfiff die Partie eine Minute zu früh ab. Böse war ihr aber kein Mensch bei dem unwetterartigen Regen. Was da teilweise runterkam war einfach nur abartig. Schön wenn man sich es bequem gemacht hatte mit Bier auf der überdachten Tribüne…natürlich auf der für das normale Volk….so wie wir. Auf dem Rückweg hatte uns der Regen ziemlich durchnässt und so gab sich ein Gentleman mit Auto die Ehre uns freundlicher Weise zum Bahnhof mit zu nehmen. Am Bahnhof angekommen schenkte uns eine Frau noch ihre Fahrkarte. In Rathenow ist man eben noch Mensch.
In Berlin angekommen ging ein kurzer feiner Tagesausflug zu Ende. Wir hatten eine Menge Spaß und endlich kann man beruhigt dem Glubb von 030-Stadt aus nach Westen hinterher Reisen, ohne immer daran erinnert zu werden, das man in Rathenow doch auch Mal aussteigen müsste. Schalke und der FCN… Umbrella-Crew ;)

Brandenburger SC Süd 05

1x Nürnberg
2x Schalke

Auf diese Begegnung zwischen dem Brandenburger SC 05 und der Gastmannschaft von Bangu Atletico Clube aus Rio de Janeiro wurde sich seit Wochen gefreut. Also ging es am Mittwoch von der Arbeitsstempeluhr direkt ins süße Leben zum Fussball.
Treffpunkt war heute in Potsdam. Ich fuhr mit einer in 030-Stadt selten funktionstüchtigen fahrenden S-Bahn und gesunden Triebfahrzeugführer mit. Alles gut, aber ich musste ja noch umsteigen und da hatte ich den Salat. Stop and go bis Potsdam. In Sachen S-Bahn kann sich 030-Stadt messen mit Weltstädten wie Mogadischu und Pjöngjang. In Potsdam endlich angekommen, wartete 50% Schalke auf mich. Die anderen 50% kamen ein bisschen später. Dann ging es schnurrstracks zum Nahrungsmittelhändler und dann zum Bahnsteig, wo der Zug schon bereit stand, zur Abfahrt nach Brandenburg. Am Zielort angekommen stiegen wir in die örtliche DDR-Tram und fuhren direkt weiter in die Vergangenheit und stiegen ein paar Stationen später im Jahr 1975 wieder aus, um einen fünf Kilometer-Marsch zu beginnen. Denn es hieß heute noch drei Bezirkssportplätze abzuklappern, die wie es sich später herausstellte total unspektakulär waren. Als wir nun durch die Straßen des ehemaligen Sozialismus liefen, fiel uns auf, das das Leben hier irgendwie abhanden gekommen ist. Der Himmel trist, die Wohnungen der Plattenbauten grau und zerfallen. Hier und dort mal ein Gardinchen am Fenster. Die großen typischen Gehwegplatten unterspült, gebrochen oder gar nicht mehr vorhanden. Überall sprießt Unkraut hervor. Parkplätze ohne Ende und ohne Autos. Auf der Straße kommt uns eine ziemlich runtergekommende wahrscheinlich nicht mal 25jährige Cindy entgegen, ohne Enrico, dafür aber mit drei Kindern. Kurze Zeit später entdecken wir das Tanzlokal “Lila Lackschuh“. Vor der Eingangstüre sitzt eine Frau und pfeilt ihre Nägel, auf der Straße steht ein Ami-Schlitten. Geschätzte Länge fünf Meter. Ganz komische Welt hier. Wir waren jedenfalls froh als wir in der Nähe des Stadions ankamen. Vorher sind wir nochmal im Nahrungsmitteldiscounter gewesen. Hier fiel uns auf, das etliche Getränkeflaschen angetrunken und wieder ins Regal zurückgestellt wurden. Am Stadion endlich angekommen bezahlten wir am Eingang unseren Obolus. Nette Sportanlage mit 5000 Plätzen davon 600 überdachte Sitzplätze. Die örtliche Fanszene ist momentan im Stimmungsboykott, weil die sportlichen Ziele nicht erreicht wurden. Da klafft wohl eine riesen Lücke zwischen Traumwelt und Realität. Pünktlich um 18:30 pfiff der Schiedsrichter die Partie vor knapp 250 Zuschauern an. Die Braslianer legten los wie die Feuerwehr. Mit ihrer filigranen Spielweise ließen sie den Brandenburgern in der ersten Viertelstunde nicht den Hauch einer Chance. Nur das Tore schießen haben sie in ihrer verspielten Weise vergessen zu machen. Nach 20 gespielten Minuten lösten sich die Brandenburger aus der Umklammerung und zwangen nun wiederum den Brasilianern ihr Spiel auf. Nach einer halben Stunde und kurz vor dem Halbzeitpfiff klingelte es im Tor von Bangu. Pünktlich zum Halbzeitpfiff öffnete der Himmel seine Schleusen. Während sich die Zuschauer nun zum Vereinsheim bewegten, lief ich (mit Regenschirm) wie einst Franz Beckenbauer 1990 in Rom über den Platz. Aber nicht um mich als Weltmeister zu feiern, sondern um Fotos zu machen. In der 2. Halbzeit plätscherte das Spiel nun vor sich hin. Bangu schoß noch 2 Tore und so hieß es am Ende Leistungsgerecht 2 zu 2. Hoffen wir das ein Scout unterwegs war und den ein oder anderen Brandenburger entdeckt hat, um ihm aus dem Elend hier zu befreien. An der Stadion-Bushaltestelle wurden wir nochmal kritisch beäugt vom Heimanhang. Wir machten den “Todesblick“ und Fahrrad-Ronny rollte weiter mit seiner Crew. Dann hieß es gegen halb Neun Abends den Nachtbus benutzen um zum Bahnhof zurück zu kommen. Hier wurde Tante Soljanka wieder Hallo gesagt und auch nach Soljanka gefragt. Da aber die Bahn gleich kam mussten wir darauf doch verzichten. Ein Glück für die Bahnreisenden? In 030-Stadt trennten sich unsere Wege… bis Samstag. Schalke und der FCN

Für die Statistiker:

13.April 1951 Glubb : Bangu 0 zu 1
25.März 1961 Glubb : Bangu 1 zu 0