Stahl! Feuer! Brandenburg!

Eenma Nürnberg
Siebenma Schalke

Um die Mittagszeit traf sich 030 und 2x Schalke an einem Bahnhof direkt unter der Sonne. Da alle überpünktlich waren, ging es vorher noch sehr lässig zum Mundvorratskauf. Im Zug stellten wir fest, das nicht jeder von uns im Besitz einer Fahrkarte war und so ging kurze Zeit später, die ewig nervende Diskussion mit dem Bahnpersonal wieder los. Schwarz fahren, 40 Euro blabla. Verwundert waren wir nur über die Aussage der Bahnoberchefinkontrolleurin man müsse ja nicht mit der Bahn fahren. Wir aber ließen unseren Charme spielen und durften die Fahrkarte im Zug nachlösen. Der Reiseweg zwischen 030-Stadt und Magdeburg wird seit einiger Zeit großzügig verlängert. Grund hierfür sind Instandsetzungsarbeiten der Deutschen Bahn im Grunewald. Der genaue Fertigstellungstermin soll wohl dieses Jahr sein. Gefühlt aber 2017. Wo Chinesen in Rekordzeit es schaffen Brücken über ganze Buchten und Meere zu bauen, buddeln die Deutschen zig Jahre für ein paar Bahnkilometer. Mehr Chinesen braucht das Land. Im wirklich wunderschönen Brandenburg an der Havel angekommen machten wir uns auf dem Weg zur Straßenbahn. Wie es nun mal so ist, warteten wir an der Haltestelle. Nur der Einheimische weiß anscheinend, das die Straßenbahn 50 Meter weiter hält und man dort erst zusteigen kann. Wir hetzten der Bahn hinterher und schafften es noch tatsächlich einzusteigen, um dann festzustellen das hier Endbahnhof war und die Bahn hier fast 10 Minuten Standpause hatte. So fuhren wir nun in einer nostalgischen DDR-Tram durch die engen Straßen von Brandenburg und bemerkten, das die Cindys, Sandys, Mandys und Mandy-Mandys hier nur Friseurgeschäfte aufmachten. Höhepunkt war der Hundefriseur.
Mit einmal umsteigen erreichten wir unser Ziel. Von weitem erblickten wir schon die wunderschönen und charakteristischen Flutlichtmasten vom Stadion am Quenz. Da wir deutlich zu früh waren, enterten wir noch eine örtliche Kaufhalle und tankten nach. Bevor wir uns aufmachten ins Stadion zu gehen umrundeten wir es nocheinmal. Sehr nett in Erinnerung wird die kleine Wohnsiedlung hinter dem Stadion bleiben. Hätten dort nicht die fetten Karren gestanden, so hätte man denken können, die Zeit wäre hier stehen geblieben. Im Stadion selbst begrüßten wir die anderen Schalker , die mit dem WET aus dem Pott gekommen sind, direkt vor dem Bierstand. Respekt dafür um sich ein Spiel in der 6. Liga zwischen FC Stahl Brandenburg gegen Werderaner FC Viktoria anzukieken. Aus dem Stadionheft entnahmen wir, das es heute zum Showdown beim letzten Heimspiel um den Abstieg kommt und im gleichen Satz Fussballherz was willst du mehr. Tja man kann sich nichts schöneres vorstellen zum letzten Heimspiel, das der Verein seines Herzens gegen den direkten Konkurrenten gegen den Abstieg spielt. In der Heftmitte wurde ein Nachwuchstalent vorgestellt. Lieblingsspieler und Lieblingsverein waren ein gewisser Hr. Robben und Muc Rot. „Keene juten Vorraussetzunjen meen kleener. Haben ja beede seit Zwee Jahrn, ja jar keene Titel mehr jewonn wa?“
Pünktlich um 15 Uhr pfiff der Herr in Schwarz die Partie vor 520 Zuschauern an. Die Stahl-Anhänger machten gut rabatz unter dem Stadiondach und so erschallte mehrmals der legendäre Schlachtruf: Stahl! Feuer! Brandenburg! Die gut 30 Wederaner machten erst in der 2. Halbzeit Stimmungsmäßig mobil in Form von 2 großen Trommeln. Die 1. Halbzeit zeigte sportlich warum beide Mannschaften gegen den Abstieg spielten. Keine wirklich gefährlichen Aktionen vor dem Tor. Was sich aber nach der Pause änderte. Werder ging kurz nach Wiederanpfiff in Führung, die eine Viertelstunde anhielt, bis Stahl binnen von 7 Minuten die Partie drehte. Jetzt war ordentlich Feuer auf Seiten von Stahl. Was fürn Satz. Als dann der Stadionsprecher die eine Minute Nachspielzeit ansagte, schoss die Gastmannschaft doch noch den Ausgleich. Eigentlich wie der Glubb. Nach dem Spiel gab es das angekündigte Freibier, aber nur für diejenigen die schon einen Becher hatten. Wir blieben ziemlich lange. Es wurde ein Bier nach dem anderen geleert und es wurde versucht einem dreijährigem Mädchen den Lolli abzuquatschen. Leider erfolglos. Kurze Zeit später wurde dann auch Kontakt mit der weiblichen Bevölkerung aufgenommen und Cindy (das Klischee wurde bestätigt) tippte bereitwillig mit funkelden Augen ihre Nummer in das Handy. Als wir uns langsam in Richtung Ausgang bewegten, bemerkten wir, dass das Stadion schon längst zu gemacht hatte. Also musste die Dame vom Bierstand hervorgeholt werden um uns wieder aufzuschließen. Ihr klagte man das Leid über den nicht bekommenden Lolli von der Enkelin und Oma Bierstand zauberte einen Lolli heraus. Überglücklich nahm man ihn an. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt am Bahnhofsimbiss und Tante Soljanka machte wahrscheinlich das Geschäft ihres Lebens. Nach der Nahrungsaufnahme fest wie flüssig, kam auch schon der Zug. In der Bahn war es der Schaffnerin wortwörtlich egal, ob wir Tickets hatten. Wir haben bestimmt keine Lust zu zahlen und sie keine Lust zum Kontrollieren sagte sie. Auf Fahrt nach 030-Stadt wurden wir zwischendurch immer wieder von einer sehr sozialen 7jährigen gefüttert und unterhalten. Was Mutter ziemlich in Rage brachte. Allerdings nur gegenüber ihrem Kind. Auch wir waren bei der Mutti in kurzer Zeit sehr beliebt.
Kurz vorm Endbhanhof gab es dann Soljanka für alle Bahnreisende flüssig. Prost!
Zum Schluss bleibt zu sagen, wat für ne jeile Fahrt. Schalke und der FCN