Archiv für Juni 2012

Premnitz

Ich sitze seit ca. einer Viertelstunde vor dem Rechner, starre wie blöd auf den Monitor und weiss nicht wie ich anfangen soll. Ist wohl noch zuviel Alkohol von gestrigen bunten Abend im Körper. Man hatte wieder dermaßen die Lampe an, sodass der örtliche Stromanbieter denken musste, er beliefere ein Großunternehmen zu besten Produktionszeiten, aber man hatte es tatsächlich noch vorher geschafft zwei nette Mädels wohlbehütet bis vor die Haustür zubringen und aus eigener Kraft nach Hause zu kriechen.

Samstag in aller Frühe gegen 12 Uhr sollte es losgehen am 030er Hauptbahnhof nach Premnitz. Da ich aber die örtliche Wirtschaft ankurbeln wollte, hieß es für mich schon ein bisschen eher die heimische Wohnung zu verlassen. Um hier keine endlos Geschichten zu schreiben… Klappte alles nicht und so entschied ich mich dann schon mal Proviant zu holen, um dann vom Gesundbrunnen bis zum Hauptbahnhof zu laufen und den ganzen Vorrat wieder verschwinden zulassen. Unterwegs endeckte ich bei strömenden Regen, wie schön und vielfältig die 030-Stadt doch wieder sein kann. Klitschnass kam ich nach einer guten Stunde Dauerregen trotz “Regenjacke“ an. Hier erwarte mich mein Schalker Kumpel vor einem Mundvorratsfachgeschäft untertage. Dort wurde nochmals Bares gegen Wares getauscht und sich anschließend zum Schienenstrang begeben. Dort wurden wir traurigerweise Zeuge, wie drei Herren, einen kleinen hilflosen Asiaten – der anscheinend weder der deutschen noch der englischen Sprache mächtig war- schickanierten. Der Junge Mann war so schockiert, das er beim auffordern seiner Hemdtasche zuleeren sein komplettes Kleingeld verlor, was die drei Herren zu einem lauten und hämischen lachen veranlasste. Auf unsere erboste Anfrage, was das ganze Prozedere hier soll, ließen sie kurze Zeit später von ihm ab und die 3 Bundespolizisten verdünnisierten sich. Man kommt sich wohl bärenstark vor, zu dritt, allesamt „Ihrem Opfer“ körperlich überlegen, mit Deutscher Uniform, die Deutschen Grenzen am Gleis sieben zu verteidigen. Nicht auszudenken, wenn der Mensch einfach so in den Zug gestiegen wäre. Schleicht euch ihr….! Man muss aber wohl auch den Asiaten vorhalten, das er nicht mit verschwitzem Deutschland-Trikot und vollgepisster Hose rumläuft. Das er keine gefühlte 5 Kisten Bier intus und vier verschiedene Hunde bei sich hat, die um ihn herumstreunern und das er nicht lautstark gröhlend über den Bahnhof torkelt. Da macht er sich schon verdächtigt. Die Fahrt nach Premnitz verlief bis kurz vor Premnitz ereignislos. In der Stadt, die den ehemaligen Ostblock mit Brillen belieferte wurde umgestiegen und die Fahrt mit einer abgespaceten Bahn fortgesetzt. Die Lokusabteilung an Bord der ODEG war ja mal hochgradig krass. Zig Tasten, die blinkten. Ich war so fasziniert, das ich die Taste für die Seife nicht gefunden habe. Es dauerte echt einige Sekunden bis ich merkte, der Seifenspender ist oldschool zu betätigen. Dann geschah, das unmögliche. Ein Geistesblitz traf mich. Gott sprach zu mir und ich stieg aus…allein. Schalke fuhr weiter. Als ich kurz überlegte und feststellte, das die Bimmelbahn hier nur einmal die Stunde entlangfuhr, entschied ich mich die eine Station an der Bahntrasse entlang zulaufen. Kurze Zeit später klingelte mein Telefon ohne Schnur und ich wurde mit dem Auto von einem dort lebenden Schalker abgeholt.
Da es noch ziemlich früh war, fuhren wir nun zu dritt zum Schalker nach Hause und vertrieben uns dort die Zeit mit quatschen und trinken. Eine halbe Stunde vor Spielbeginn bekamen wir dann noch eine 1A Sightseeing-Tour per Auto durch die Stadt und wieder wurde unser Wissen erweitert. Danke! Pünktlich um 15 Uhr kamen wir am Stadion der Chemiearbeiter an. Eine tolle Anlage mit sehr viel Charme. Die Chemie-Elf als Neuling in der Liga, ist seit zwei Jahren auf heimischen Platz ungeschlagen und heute wollte man dieses klasse Ergebnis mit in die nächste Saison nehmen. Zu Gast war heute der SC Victoria 1914 Templin aus der Westuckermark. Die grünen Chemiker machten zu Anfangs ordentlich Dampf. Nach gut Zwanzig gespielten Minuten dann ein Steilpass von einem Templiner in die Spitze und der Stürmer ist plötzlich Mutterseelen alleine vor dem Tor, ein Chemiker rauscht von hinten heran und wir alle hören es nur noch klatschen und ein lautes „Aaargh“. Ich persönlich hätte nun 5x Rot und ebenso häufig auf dem Elfmeterpunkt gezeigt, aber der Mann in Schwarz, der heute das gelbe Dress bevorzugte entschied auf weiterspielen. Während des Spiels ließen wir uns, die Geschichte und Zukunft der Sportanlage und die örtliche Fanszene erklären bzw. die fünf Personen, die liebevoll die Ultras Erbsencrew genannt werden. Den Namen tragen die älteren Herrschaften, weil sie sich alle ein Gehirn teilen. Während der ganzen Partie regnete es und so zogen wir es zur Halbzeitpause vor uns in das Vereinsheim zusetzen. Sehr schön hier eine Wandtapete mit Fotos aus alten Tagen. Pünktlich zur 2. Hälfte standen wir aber wieder am Spielfeldrand. Glücksbringer waren wir aber nicht und am Ende stand es 1 zu 3 und wir waren Beobachter der ersten Heimniederlage von Premnitz nach zwei Jahren.
Nachdem Spiel verabschiedeten wir uns und es ging über den Umweg Vereinsheim mit Getränk zum Bahnhof. Hier konnten wir uns aussuchen, ob wir 20 Minuten warten und über den Süden nach 030-Stadt fahren oder 40 Minuten warten um die gleiche Strecke, so wie wir gekommen waren über den Norden zurück zunehmen. Natürlich entschieden wir uns für das Falsche mit der wahnsinnigen Begründung wir kennen die Bahnhöfe Richtung Süden ja noch gar nicht. Kurz vor der Stahl- und Walzstadt Altstadt –für Kenner nur Pitstop- hieß es dann aus dem Nichts Endstation und den Schienenersatzverkehr benutzen. Da war die gute Verbindung selbstverständlich im Arsch und die Laune ebenso. So wurde sich eben im Bus direkt hinter dem Busfahrer gesetzt und man ist ihm ein wenig auf die Nerven gegangen.
Am Bahnhof wollten wir Tante Soljanka von letzter Woche Hallo sagen, aber diesmal war Omma Bockwurst an den Kochtöppen. Kurze Zeit später wurde der Zug nach Potsdam genommen, um dann weiter nach 030-Stadt zugondeln. Zum Schluß gab es diesmal keine Bockwurst für alle. Schalke und der FCN

Stahl! Feuer! Brandenburg!

Eenma Nürnberg
Siebenma Schalke

Um die Mittagszeit traf sich 030 und 2x Schalke an einem Bahnhof direkt unter der Sonne. Da alle überpünktlich waren, ging es vorher noch sehr lässig zum Mundvorratskauf. Im Zug stellten wir fest, das nicht jeder von uns im Besitz einer Fahrkarte war und so ging kurze Zeit später, die ewig nervende Diskussion mit dem Bahnpersonal wieder los. Schwarz fahren, 40 Euro blabla. Verwundert waren wir nur über die Aussage der Bahnoberchefinkontrolleurin man müsse ja nicht mit der Bahn fahren. Wir aber ließen unseren Charme spielen und durften die Fahrkarte im Zug nachlösen. Der Reiseweg zwischen 030-Stadt und Magdeburg wird seit einiger Zeit großzügig verlängert. Grund hierfür sind Instandsetzungsarbeiten der Deutschen Bahn im Grunewald. Der genaue Fertigstellungstermin soll wohl dieses Jahr sein. Gefühlt aber 2017. Wo Chinesen in Rekordzeit es schaffen Brücken über ganze Buchten und Meere zu bauen, buddeln die Deutschen zig Jahre für ein paar Bahnkilometer. Mehr Chinesen braucht das Land. Im wirklich wunderschönen Brandenburg an der Havel angekommen machten wir uns auf dem Weg zur Straßenbahn. Wie es nun mal so ist, warteten wir an der Haltestelle. Nur der Einheimische weiß anscheinend, das die Straßenbahn 50 Meter weiter hält und man dort erst zusteigen kann. Wir hetzten der Bahn hinterher und schafften es noch tatsächlich einzusteigen, um dann festzustellen das hier Endbahnhof war und die Bahn hier fast 10 Minuten Standpause hatte. So fuhren wir nun in einer nostalgischen DDR-Tram durch die engen Straßen von Brandenburg und bemerkten, das die Cindys, Sandys, Mandys und Mandy-Mandys hier nur Friseurgeschäfte aufmachten. Höhepunkt war der Hundefriseur.
Mit einmal umsteigen erreichten wir unser Ziel. Von weitem erblickten wir schon die wunderschönen und charakteristischen Flutlichtmasten vom Stadion am Quenz. Da wir deutlich zu früh waren, enterten wir noch eine örtliche Kaufhalle und tankten nach. Bevor wir uns aufmachten ins Stadion zu gehen umrundeten wir es nocheinmal. Sehr nett in Erinnerung wird die kleine Wohnsiedlung hinter dem Stadion bleiben. Hätten dort nicht die fetten Karren gestanden, so hätte man denken können, die Zeit wäre hier stehen geblieben. Im Stadion selbst begrüßten wir die anderen Schalker , die mit dem WET aus dem Pott gekommen sind, direkt vor dem Bierstand. Respekt dafür um sich ein Spiel in der 6. Liga zwischen FC Stahl Brandenburg gegen Werderaner FC Viktoria anzukieken. Aus dem Stadionheft entnahmen wir, das es heute zum Showdown beim letzten Heimspiel um den Abstieg kommt und im gleichen Satz Fussballherz was willst du mehr. Tja man kann sich nichts schöneres vorstellen zum letzten Heimspiel, das der Verein seines Herzens gegen den direkten Konkurrenten gegen den Abstieg spielt. In der Heftmitte wurde ein Nachwuchstalent vorgestellt. Lieblingsspieler und Lieblingsverein waren ein gewisser Hr. Robben und Muc Rot. „Keene juten Vorraussetzunjen meen kleener. Haben ja beede seit Zwee Jahrn, ja jar keene Titel mehr jewonn wa?“
Pünktlich um 15 Uhr pfiff der Herr in Schwarz die Partie vor 520 Zuschauern an. Die Stahl-Anhänger machten gut rabatz unter dem Stadiondach und so erschallte mehrmals der legendäre Schlachtruf: Stahl! Feuer! Brandenburg! Die gut 30 Wederaner machten erst in der 2. Halbzeit Stimmungsmäßig mobil in Form von 2 großen Trommeln. Die 1. Halbzeit zeigte sportlich warum beide Mannschaften gegen den Abstieg spielten. Keine wirklich gefährlichen Aktionen vor dem Tor. Was sich aber nach der Pause änderte. Werder ging kurz nach Wiederanpfiff in Führung, die eine Viertelstunde anhielt, bis Stahl binnen von 7 Minuten die Partie drehte. Jetzt war ordentlich Feuer auf Seiten von Stahl. Was fürn Satz. Als dann der Stadionsprecher die eine Minute Nachspielzeit ansagte, schoss die Gastmannschaft doch noch den Ausgleich. Eigentlich wie der Glubb. Nach dem Spiel gab es das angekündigte Freibier, aber nur für diejenigen die schon einen Becher hatten. Wir blieben ziemlich lange. Es wurde ein Bier nach dem anderen geleert und es wurde versucht einem dreijährigem Mädchen den Lolli abzuquatschen. Leider erfolglos. Kurze Zeit später wurde dann auch Kontakt mit der weiblichen Bevölkerung aufgenommen und Cindy (das Klischee wurde bestätigt) tippte bereitwillig mit funkelden Augen ihre Nummer in das Handy. Als wir uns langsam in Richtung Ausgang bewegten, bemerkten wir, dass das Stadion schon längst zu gemacht hatte. Also musste die Dame vom Bierstand hervorgeholt werden um uns wieder aufzuschließen. Ihr klagte man das Leid über den nicht bekommenden Lolli von der Enkelin und Oma Bierstand zauberte einen Lolli heraus. Überglücklich nahm man ihn an. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt am Bahnhofsimbiss und Tante Soljanka machte wahrscheinlich das Geschäft ihres Lebens. Nach der Nahrungsaufnahme fest wie flüssig, kam auch schon der Zug. In der Bahn war es der Schaffnerin wortwörtlich egal, ob wir Tickets hatten. Wir haben bestimmt keine Lust zu zahlen und sie keine Lust zum Kontrollieren sagte sie. Auf Fahrt nach 030-Stadt wurden wir zwischendurch immer wieder von einer sehr sozialen 7jährigen gefüttert und unterhalten. Was Mutter ziemlich in Rage brachte. Allerdings nur gegenüber ihrem Kind. Auch wir waren bei der Mutti in kurzer Zeit sehr beliebt.
Kurz vorm Endbhanhof gab es dann Soljanka für alle Bahnreisende flüssig. Prost!
Zum Schluss bleibt zu sagen, wat für ne jeile Fahrt. Schalke und der FCN

U19 Halbfinale Deutsche Meisterschaft

Am Mittwoch direkt nach der Arbeit per Auto mit Schalke ins nebelgraue Wolfsburg gefahren, um Wob gegen Schalke zu kieken mit kurzem Zwischenstopp in Magdeburg. Gespielt wurde im Porschestadion. Eine kleine aber feine Anlage mit Funktionsgebäude, 2 Imbussbuden und einen Getränkeausschank. Kein Bierausschank bzw. Alkoholfrei! Das Spiel endete zwei zu zwei, wobei Wob zweimal in Führung ging und die Knappen zu Recht jeweils ausglichen. Zuschauer 2089. Darunter 2 Nürnberger. Ich und Streifenpolizist Hecking. Nach dem Spiel ging es noch in einem Fresstempel, wo eine Dame aus Essen halbwegs aufgerissen wurde. Als diese sich denn als Doofmund outete, wurde ihr, die vorher von ihr ausgehändigte Telefonnummer mit Name gerne wieder zurückgegeben und man erntete einen verdutzten bösen Blick. Am späten Abend trudelten wir wieder in 030-Stadt ein, wobei ich einen 1A nach Hause-Fahrdienst in Anspruch nehmen durfte. Danke. Während der ganzen Zeit von Abfahrt, Spiel und Heimfahrt hatten wir eine Menge Spaß. In diesem Sinne …..Schalke und der FCN!!

Fussball. Fans und das Übrige drumherum Teil 1

Helden, Sklaven oder gut bezahlte Söldner? Die Ökonomie des Profisports

So hieß die Veranstaltung im Raum Helle Panke.

Zu Gast war Autor Dietrich Schulze-Marmeling. Er erzählte über den Werdegang des deutschen Profi-Fussballs von den Anfängen bis zur Gegenwart. Über 1,50€ Eintritt konnte man nicht meckern und so nahm man diesen 2 Stündigen Vortrag sehr gerne mit. War besser als die Pinke in die Panke zu werfen. Anschließend ging es mit den bekannten Gesichtern zum Stammtisch.

weitere Infos: www.Helle-Panke.de

Ostuckermark

Tag: Samstag
Wetter: Ging so
Uhrzeit: Sehr Früh
Strecke: 32,6 Km
Fortbewegungsmittel: Füße

Eine unspektakuläre Sportplatz-Tour mit mindestens einer Lügengeschichte. Der Uckermärker stirbt aus. Ganz wenige Menschen gesehen die unter 60 Jahre alt waren. Sie fahren aber alle noch Auto. Keinen Rollator. Bis Tantow wurde der Zug aus 030-Stadt genommen und von dort aus zu Fuß weiter nach Mescherin, wobei man an der Straße einen alten ausgebrannten Russischen Panzer entdeckte. In Mescherin konnte man ein Blauwal-Familie beim durchschwimmen der Oder bewundern. Ansonsten ist der Ort sehr idyllisch wie Hyrule bei Zelda. Einen Wald gabs auch. Am Nationalpark-Eingang wartete Piotr der Polnische Biber. Wir lernten uns gegnseitig kennen und bauten Vorurteile ab. Er merkte das Fussballfans nicht alles Verbrecher waren und ich lernte, das nicht alle Biber sich mit Dentagard die Zähne putzen. Ansonsten zeigte er mir seine WHood bis Gartz/Oder. Hier probte die Bundeswehr mit U-Booten und Flößen eine Seeschlacht auf der Oder. Weiter ging es über Hohenreinkendorf, Hohenselchow und Casekow. Am Bahnhof ist man 2 einhalb Stunden zu früh gewesen oder 4 einhalb Stunden zu spät. Also entschloss man sich am Bahnhof ein bisschen zu ratzen und den Tag mal Tag sein zulassen. Landstreicher sein ist geil.

Das Polnische Kraftwerk Krajnik: Ja jetzt werden wieder einige sagen „Muss denn sowas in der Natur stehen?“ Wir sagen „Nein“ und haben das Gelände drumherum gekauft und machen Parkplätze daraus

Sportplatz Casekow: Heimteam FSV SW Casekow 3maliger Gewinner des PDS-Wanderpokal

Hier hat man über 2 Stunden gepennt. Kein Mensch kam vorbei. Dafür aber jede Menge Ameisen, die einen BonBon gefunden haben.